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Hochschwab 2277m

Vom Seebergsattel über die Aflenzer Staritzen zum Hochschwab 2277m

🏔️ Weitwandern am Hochschwab: Auf einsamen Pfaden zum Gipfel und die Tragödie von 1988

Als erfahrener Wanderführer ziehe ich die Stille der Einsamkeit vor – und kein Berg in der Hochsteiermark verkörpert dies besser als der Hochschwab. Ob bei Skitouren auf den Ringkamp oder mehrtägigen Weitwanderungen: Dieses Gebirtsmassiv ist etwas besonderes.

Die Überschreitung: Von der Aflenzer Staritzen zum Schiestlhaus

Der Hochschwab bietet vielfältige Zugänge. Ich kenne ihn aus allen Himmelsrichtungen – von der kurzen Tour über das G’hackte bis zur unvergesslichen Überschreitung von West (Präblichl) nach Ost (Seewiesen).

Besonders reizvoll ist die Konditionell anspruchsvolle Zweitages-Tour, die am Seebergsattel startet.

  1. Tag 1: Aufstieg zur Hohen Weichsel Der Weg führt uns zunächst über die landschaftlich beeindruckende Kette der Aflenzer Staritzen. Er ist nicht der kürzeste, aber einer der schönsten Wege, die am Gipfel der Hohen Weichsel (2.006 m) vorbeiführen. Wir wandern weiter durch das Ochsenreichkar, nördlich dominiert vom Ringkamp (2.153 m), bis zum Schiestlhaus (2.153 m). Nach 6 bis 7 Stunden Gehzeit ist das Schiestlhaus der perfekte Ort für die Übernachtung – aber unbedingt vorher reservieren!

  2. Tag 2: Sonnenaufgang und Abstieg Gestärkt und ausgeschlafen wartet vor dem Frühstück die Belohnung: eine Sonnenaufgangstour zum Hauptgipfel des Hochschwab (2.277 m). Dort erwartet Sie ein unvergleichlicher, erhabener Blick über die Ostalpen!

    Für den Abstieg empfehle ich den Graf-Meran-Steig. Eine Einkehr in der Voitstalerhütte (1.654 m) ist der perfekte Abschluss, bevor es gemütlich zurück nach Seewiesen geht.

Planung und Naturbeobachtung:

Auf dieser Route begegnen uns Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere in ihrem natürlichen Lebensraum.

Tipp für den Rückweg: Am Ende der Tour in Seewiesen fährt ein Regionalbus (Linie 170 oder 171) zurück zum Seebergsattel. Nutzen Sie die App "BusBahnBim", um die aktuellen Abfahrtszeiten zu prüfen. Sie sparen sich so den zusätzlichen Aufstieg von etwa 300 Höhenmetern zum Pass.

Sicherheit zuerst: Die Lehren von 1988

So faszinierend der Hochschwab ist, so ernst muss man ihn nehmen. Das Wetter muss Ihr Freund sein!

In den 1980er Jahren (genauer im November 1988) ereignete sich hier eine der schwersten Bergtragödien der Nachkriegsgeschichte: Eine siebenköpfige Wandergruppe geriet durch einen plötzlichen, unvorbereiteten Wettersturz in Bergnot. Trotz einer der größten Suchaktionen der steirischen Bergrettung konnten fünf der sieben Personen nur noch tot geborgen werden. Dieses Unglück zeigt eindrücklich: Auf dem riesigen, exponierten Karstplateau können Sturm, Nebel und Schnee schnell zur tödlichen Gefahr werden.

Auch Altschneefelder können bis weit ins Frühjahr Gefahrenstellen für Wanderer am Hochschwab darstellen.