❄️ Geführte Schneeschuhtour am Semmering: Stille am Erzkogel & Traumpanorama & die ehemaligen Gebirgsjäger
Das Schneeschuhwandern am Semmering zählt zu meinen ganz persönlichen Winter-Highlights. Abseits des Trubels des Hirschenkogel (Zauberberg) finden wir auf den umliegenden Gipfeln himmlische Ruhe. Ich nehme Sie mit auf eine meiner beliebtesten Wintertouren: Die Tagestour auf den Sonnwendstein und den Erzkogel.
Zwei Varianten für Ihre geführte Schneeschuhwanderung
Die Route ist perfekt, um das Schneeschuhwandern in den Wiener Alpen zu erleben, wobei Sie zwischen zwei Startpunkten wählen können:
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Die sportliche Variante (ca. 500 Hm): Wir starten direkt am Semmeringpass und meistern von dort die rund 500 Höhenmeter im Aufstieg bis zum Erzkogel.
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Die Genießer-Variante (ca. 250 Hm): Bequem mit Liftunterstützung geht es zunächst auf den Hirschenkogel. Von dort aus halbieren sich die Höhenmeter auf etwa 250 Hm bis zum Erzkogel.
Abseits der Pisten: Der Höhenweg zum Erzkogel (1.504 m)
Unser eigentliches Ziel liegt abseits des Skigebiets: Der aussichtsreiche Höhenweg führt uns hinüber zum Erzkogel (1.504 m). Nach einer Gehzeit von etwa 1 bis 1,5 Stunden stapfen wir durch unberührten Schnee über den Kamm. Alternativ kann für den Aufstieg zum Kamm die leichtere Forststraße gewählt werden.
Am Gipfel des Erzkogels erwartet uns dann das unvergessliche 360°-Panorama:
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Osten: Blick weit ins Flachland bis zum Neusiedler See.
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Süden: Der markante Hochwechsel (1.736 m) und an guten Tagen der Schöckl bei Graz.
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Westen: Die markante Silhouette des Hochschwab bis hin zu den Niederen Tauern.
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Norden: Die majestätischen Riesen Rax (2.007 m) und Schneeberg (2.076 m).
Wichtiger Hinweis zur Einkehr: Die Pollereshütte ist im Winter leider geschlossen. Bitte denken Sie unbedingt daran, ausreichend Proviant und heißen Tee mitzunehmen!
Ein historisches Skigebiet wird zum Ruhepol
Der Sonnwendstein hat eine bewegte Geschichte: Bis 2005 war hier ein kleines Skigebiet mit einem 1er-Sessellift und zwei Schleppliften in Betrieb – ich selbst habe dort noch viele Skitage verbracht! Heute herrscht hier abseits der Lifte des Zauberbergs himmlische Ruhe und Stille; ein perfekter Ort für geführte Schneeschuhtouren.
Die Tour auf den Erzkogel ist zudem ideal für Einsteiger: Die Hänge der alten Skipisten sind relativ flach, weshalb die Lawinengefahr praktisch kaum relevant ist.
Die Königsetappe: Abstieg nach Maria Schutz
Wenn die Schneelage im Alpenvorland es zulässt (leider werden die Winter schneearmer), können wir diese wundervolle Tagestour mit einem Abstieg über die alten Skipisten auf der Nordseite des Sonnwendsteins zum berühmten Wallfahrtsort Maria Schutz ausklingen lassen.
Buchen Sie jetzt Ihre geführte Schneeschuhtour und erleben Sie den Semmering von seiner stillsten und aussichtsreichsten Seite!
⏳ Der Sonnwendstein als Mahnmal: Gebirgsjägerfront und Gedenkkultur
Der Sonnwendstein im Semmeringgebiet ist weit mehr als nur ein Aussichtsberg für Wanderer und Schneeschuhwanderer. Er ist auch ein historisch bedeutender Ort, der von den bitteren letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs zeugt. Vier Wochen vor der Kapitulation, im April 1945, verlief hier eine erbitterte Frontlinie, die sogenannte Gebirgsjägerfront.
Der Stellungskrieg am Semmering 1945
Nach dem Vormarsch der Roten Armee auf Wien wurde das Semmeringgebiet zu einem strategisch entscheidenden Schauplatz. Deutsche Gebirgsjäger leisteten an den Hängen des Sonnwendsteins erbitterten Widerstand, um den eigenen Truppen den geordneten Rückzug nach Westen zu ermöglichen. Monatelang lieferten sich die Einheiten einen zermürbenden Stellungskrieg. Wer heute aufmerksam die Landschaft erkundet, findet noch immer Spuren dieser Kämpfe – von alten Schützengräben bis zu Einschusslöchern, die stumme Zeugen des sinnlosen Leidens der letzten Kriegstage sind. Die Kapitulation der Kampfgruppe am Semmering erfolgte erst am 8. Mai 1945.
Der Gebirgsjäger-Gedächtnisweg als Mahnweg
Zum Gedenken an diese tragischen Ereignisse und als Mahnmal für den Frieden wurde der Gebirgsjäger-Gedächtnisweg Ostalpen ins Leben gerufen. Dieser Weg folgt den einstigen Frontlinien und erinnert an das unermessliche Leid der Soldaten und der Zivilbevölkerung. Teile der Route führen über den Gebirgsjägersteig hinauf zum Gipfel. Dort, nahe der Pollereshütte, befindet sich auch das Ehrenmal der 9. Gebirgsdivision – ein schmiedeeisernes Kreuz, das an die Gefallenen erinnert und den Wanderern die Ernsthaftigkeit der Geschichte vor Augen führt.
Die Gipfelkapelle: Symbol des Gedenkens und der Aussicht
Ein weiteres wichtiges Zeugnis ist die kleine Kapelle am Gipfel des Sonnwendsteins (die Josefskapelle). Ursprünglich den Gefallenen des Ersten Weltkrieges gewidmet, wurde sie im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört. Sie steht heute nicht nur als Symbol für den Glauben und die Hoffnung, sondern auch für das Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt. Der Sonnwendstein bietet somit eine einmalige Kombination: Während wir heute das weite Panorama genießen, werden wir durch diese historischen Orte und den Gedächtnisweg daran erinnert, wie wertvoll der Frieden und wie wichtig der respektvolle Umgang mit der Natur und ihrer Geschichte ist.

















